Aktionsgemeinschaft für den Schutz der Landschaft in
Wachtberg und Umgebung e. V.

Die Aktionsgemeinschaft wurde 1985 von Wachtberger Bürgerinnen und Bürgern, die besonders in Adendorf, Arzdorf und Fritzdorf beheimatet sind, als Bürgerinitiative gegründet und als gemeinnütziger Verein eingetragen. Anlass ihrer Gründung waren die Mülldeponiepläne des Regierungspräsidenten in Köln, die am Standort Wachtberg-Adendorf die zentrale Sondermülldeponie des Regierungsbezirks vorsahen. An den Töpfertagen 1985 wurden diese Pläne durch Presseberichte erstmals bekannt. Eine betroffene Bevölkerung stand solidarisch auf zum Schutz der in Jahrhunderten gewachsenen Kulturlandschaft, und die Aktionsgemeinschaft war ihr Schutzinstrument vor drohenden Umweltgefahren. Ihre Arbeit wurde durch freiwillige Gutachten namhafter Wissenschaftler unterstützt.
Auch weiterhin stehen wir bereit, um an der umweltgerechten Entwicklung der Wachtberger Landschaft teilzunehmen und Bedrohungen von ihr abzuwenden. Den hohen Wert dieser über Jahrhunderte gewachsenen schönen Landschaft zu vermehren und bewusst zu machen, darin sehen wir eine wichtige Aufgabe. Pflege der Kulturlandschaft bedeutet für uns, auf zwei Feldern Tätigkeit zu sein: der Erhaltung der natürlichen Ressourcen sowie der Förderung und Erhaltung des kulturellen Erbes unserer Dörfer.
Im Bereich des Natur- und Landschaftsschutzes arbeiten wir eng mit der Abteilung „Ökologie der Naturlandschaft“ der Universität Bonn zusammen. Mit ihr gab die Aktionsgemeinschaft 2002 einen Leitfaden für das regionale Artenschutzprojekt „Heimische Bienen und Wespen“ heraus. Mit diesem durch die Nordrhein-Westfalen-Stiftung geförderten, mit großen Schautafeln ausgestatteten Projekt gestaltet sie aktiv den Unterricht an zwei Wachtberger Grundschulen mit. Jährlich veranstaltet sie eine Naturkunderallye für Kinder. In unserem Auftrag ermittelte die Universität Bonn zwischen 2008 und 2010 den Vogelbestand unserer Gegend, insbesondere in der Swistaue zwischen Adendorf und Eckendorf. Auf der Grundlage dieses Gutachtens führt eine Arbeitsgruppe unseres Vereins kurz- und mittelfristige Schutzmaßnahmen in diesem regional bedeutsamen Gebiet, das zum Teil unter Naturschutz steht, durch. Schon seit Jahren pflegt die Aktionsgemeinschaft hier eine Naturschutzwiese.
Für das Gebiet der Heimatgeschichte stehen zwei Buchveröffentlichungen der Aktionsgemeinschaft: „Die Adendorfer Töpfer im Wandel der Zeit“ (1991) und „1100 Jahre Adendorf. 893-1993“ (1993). Im Jahre 2007 konnte die Aktionsgemeinschaft dank der großzügigen finanziellen Unterstützung der Stiftungen der Kreissparkasse Köln die historische Ortstafel des Burgen- und Töpferorts Adendorf auf dem Dorfplatz aufstellen. Aktuell arbeiten wir daran, die Geschichte des Töpferortes im Dorfbild sichtbar zu machen: Ein von uns eingerichteter Töpferpfad weist bereits auf die Geschichte der Tonverarbeitung in Adendorf hin, und bald sollen Plaketten an ehemaligen Töpfereien die Geschichte dieses Gewerbes augenfällig werden lassen. Eine Kunsthistorikerin arbeitet die Geschichten der Adendorfer Töpferfamilien auf, ein Töpfereimuseum ist in Planung. Für die historisch Interessierten veranstaltet die Aktionsgemeinschaft jährlich eine heimatkundliche Wanderung. Im Frühjahr findet alljährlich eine Pflanzen- und Samenbörse statt. Mittelpunkt aller Veranstaltungen der Aktionsgemeinschaft ist aber das von vielen Adendorfer und Wachtberger Vereinen mitgetragene Heimatfest, das alle zwei Jahre auf Burg Adendorf stattfindet und ein Aufruf zum Schutz unserer wertvollen Heimat sein soll.
Ansprechpartner:
Vorsitzende: Ursula Perkams, 02225/947426, u.perkams@web.de.
Historische Koordination: Dr. Margit Euler, 0228/7488875, margit.euler@t-online.de.
Arbeitskreis Swistbachaue: Philipp Willert, 02225/9800145.
Heimatfest auf Burg Adendorf

Adendorf schützt die Schwalben - Aktion im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“
Sie sind wieder da, die Schwalben und Mauersegler, sie schweben und segeln am Himmel dahin und wir wissen: Der Sommer ist da! Sie bringen uns Glück!
Doch sie haben es nicht leicht in unserer modernen Zivilisation, in der es fast keine Lehmpfützen mehr gibt und schöne Hausfassaden so mit ihrem Kot verdreckt werden, dass die Menschen ihre Feinde werden. Aber kein Dorf hat Zukunft ohne Schwalben!
Gemeinsam mit der Umweltbeauftragten der Gemeinde Wachtberg, Frau Hannelore Vogel, und dem Umweltamt des Rhein-Sieg-Kreises hat sich die Aktionsgemeinschaft für den Schutz der Landschaft in Wachtberg und Umgebung deshalb in den letzten Jahren bemüht, besonders im Töpferort Adendorf die Überlebenschancen der Schwalben zu verbessern. Die jährlichen Schwalbenzählungen, die Herr Heinz Kerzmann im Auftrag der Aktionsgemeinschaft durchführte, ergaben, dass Adendorf der schwalbenreichste Ort in der Gemeinde Wachtberg ist – für die Aktionsgemeinschaft ein Ansporn dafür zu sorgen, dass das so bleibt, aber auch alle Anstrengungen für eine bessere Zukunft der Schwalben zu machen.
Deshalb hat die Aktionsgemeinschaft in diesem Jahr eine Aktion zur Rettung und Mehrung der Schwalben im Töpferort gestartet und sie hat für dieses Ziel starke Verbündete gefunden – in Frau Vogel, in Gemeindebrandinspektor Markus Zettelmeier, seinem Stellvertreter Markus von Wirtz und den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr, Löschgruppe Adendorf. Es ging nicht nur darum, auf Wunsch Kotbretter und neue Kunstnester in teilweise großen Höhen anzubringen. Viel wichtiger waren Gespräch und Beratung mit von Kotdreck direkt betroffenen Hausbesitzern. In zwei Rundgängen durch den Töpferort am 7.3. und 10.3.2009 ist es Frau Vogel, Herrn Zettelmeier und Frau Perkams gelungen, in zahlreichen Begegnungen eine größere Akzeptanz der Betroffenen dem Brutverhalten der Schwalben gegenüber herzustellen. Denn das Zerstören von Schwalbennestern ist unter Strafe gestellt. und empfohlene kleinere Schutzmaßnahmen reichten oft schon aus, empfindliche Stellen vor dem Kotdreck der Schwalben zu schützen.
Im Endergebnis waren 6 neue Kunstnester für Außenwände und ein über 3 Meter langes Kotbrett, das Herr Günter Perkams anfertigte, anzubringen. Diese Aktion fand Anfang Mai statt. Um einen sicheren Stand für die in größeren Höhen notwendigen Arbeiten zu gewährleisten, hatte Gemeindebrandinspektor Zettelmeyer beim Bauhof der Gemeinde Wachtberg eine Hubarbeitsbühne ausgeliehen und die Mitglieder der Löschgruppe Adendorf rückten mit ihrem Mannschaftswagen an.
Nach 3 Stunden Arbeit war alles geschafft, die neuen „Wohnungen“ für die Schwalbenfamilien warten auf Zuzug. Im Namen der Aktionsgemeinschaft dankte Frau Perkams sehr herzlich allen Beteiligten, auch dem Bauhof, vor allem aber den hilfsbereiten Feuerwehrleuten aus Wachtberg und Adendorf.
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Das Foto zeigt das Anbringen eines Doppelkunstnestes in ca. 8 Meter Höhe an der Giebelwand des denkmalgeschützten Hauses in der Georg-von-Loe Straße 4; auf der Arbeitsplattform stehen die Feuerwehrmänner Josef Ohrem und Peter Beyel. Herr Zettelmeyer und Herr von Wirtz steuern die Plattform von der Arbeitsbühne aus. |
Adendorfer Pflanzliste
Die Aktionsgemeinschaft hat - zusammengestellt von Eberhard Tschentke - eine Empfehlung erarbeitet, welche Pflanzen und Gehölze in den Adendorfer Fluren und Gärten gepflanzt werden sollten. Es handelt sich um Pflanzen, die hier heimisch sind und hervorragend mit der heimischen Tierwelt zusammenleben. Gleichzeitig finden Sie Hinweise auf Blüten- und Fruchtzeiten und wertvolle Tips, unter welchen Bedingungen die Pflanzen am besten gedeihen. Die Adendorfer Pflanzliste erhalten Sie kostenlos bei der Aktionsgemeinschaft, oder klicken Sie hier: Adendorfer Pflanzliste

Frühjahrsputz in Wald und Flur
am Samstag, 14. März 2009, in Adendorf















